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Silje
Nergaard, Berlin, Passionskirche, Konzert am 08.12.2010
10.
Dez 2010 von Kerstin R. / JMC-Onlinemagazin
Berlin
versinkt im Schnee und nichts könnte für diesen Abend besser passen,
denn Silje Nergaard lädt zu ihrem Weihnachtskonzert in die
Passionskirche. Durch die weiß glitzernden Straßen stapfen die
Menschen hin zum Eingang des schönen Backsteingebäudes. Die Kirche füllt
sich nach und nach und dann, kurz nach acht, wird Silje Nergaard
ziemlich enthusiastisch angekündigt.
Da steht sie ein wenig schüchtern, irgendwie zurückhaltend, sehr
sympathisch. Leise beginnt sie ihr Konzert mit dem sehr melancholischen
Titel „Christmas Time Is Here“. Mit dem Joni Mitchell-Cover
„River“ führt sie die beinahe traurige Stimmung fort, ihre
wunderbare Band begleitet sie leise, die Songs füllen den Innenraum der
Kirche und fallen genau so still wie der Schnee draußen in die Herzen
der Zuschauer. Diese wirken anfangs noch etwas zurück-haltend, doch die
warme Stimme Silje Nergaards und die sehr intime Atmosphäre des Abends
tauen sie langsam auf. Zudem wird auch Silje zunehmend redseliger und lässt
Berlin teilhaben an ihrem ganz persönlichem Weihnachtsgefühl und setzt
somit das Konzept ihrer Platte gekonnt um. Es menschelt. Und witzig ist
Frau Nergaard auch, wenn sie zum Beispiel deutschen Glühwein anpreist
und ihrer Regierung doch den Vorschlag machen will, diesen staatlich
einzuführen.
Den Abend dominiert Silje Nergaards Weihnachtsplatte IF I COULD WRAP UP
A KISS. Den Titelsong singt sie dieses Mal zwar ohne Duett-Begleitung,
doch auch ohne Roger Cicero versprüht das Lied live diesen süßen
Charme, der schon auf Platte ins Ohr geht.
Aber nicht nur Silje Nergaard steht an diesem Abend im Mittelpunkt,
sondern auch auf ihre Band wird der Scheinwerfer gelenkt. Gerade in den
schnelleren Songs „Is Christmas Only A Tree“ und dem Paul
McCartney-Lied (wieder begleitet von einer witzigen Geschichte)
„Wonderful Christmas Time“ glänzen Pianist Helge Lien und Gitarrist
Håvar Bendiksen mit mitreißenden Impressionen. Neben eben den veröffentlichten
Weihnachtssongs interpretiert Silje Nergaard an diesem Abend auch Lieder
wie „Sleigh Ride“ und gibt zum Ende des Konzerts die norwegische
Version von „Stille Nacht“ zum Besten. Hier darf dann auch das
Publikum eine Strophe singen – nein, Silje bittet geradezu um diesen
Gefallen, den das Publikum gern erfüllt. Man ist schließlich in einer
Kirche, da geht das Singen auch besser. Zudem ist Berlin jetzt so
richtig auf Betriebstemperatur und fordert frenetisch mehr. Als Zugabe
gibt es dann das sehr traurige „The Very First Christmas Without
You“, das live noch mehr berührt. Davon kriegen die Zuschauer nicht
genug. Ein letztes Mal kommen Silje Nergaard und Band auf die Bühne und
spielen das wunderschöne „Japanese Blue“. Ganz warm ums Herz wird
es einem und so verlässt man gut gerüstet die Passionskirche und
stapft hinein ins Winterwunderland. Weihnachten kann kommen.
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